Heute möchte wir Ihnen unsere Einschätzung zum Thema Corona-Krise und die Auswirkung auf den Wohnimmobilienmarkt mitteilen. 

Durch die aktuelle Situation ist das öffentliche Leben stark eingeschränkt und viele Geschäfte und Unternehmen haben geschlossen. Kurzarbeit sowie eine höhere Arbeitslosigkeit und eine Reihe von Insolvenzen können die Folgen sein und sind es bereits. Gerade bei der Kurzarbeit werden sich viele die Frage stellen:

„Wie geht es weiter und welche wirtschaftlichen Auswirkungen kommen auf uns zu.“ 

Wir wurden in den letzten Tagen des Öfteren nach den möglichen Auswirkungen auf den Wohnimmobilienmarkt und auf die Immobilienpreise gefragt.

Erlauben Sie eine Bemerkung vorweg:

Der Markt sortiert sich gerade. Die Länge der Krise dürfte entscheidend sein, wie sich der Markt weiterentwickelt. Eine verlässliche Auskunft über die zukünftige Wertentwicklung lässt sich daher kaum treffen. Aber werfen wir einen Blick auf den Wohnungsmarkt und möglichen Auswirkungen.

1. Die Krise könnte auch die Vermieter treffen: 

Warum: 

Vermieter müssen ausstehende Mietzahlungen von Mietern unter Umständen erst mal Stunden. Der Gesetzgeber hat soeben den Kündigungsausschluss für Mieter beschlossen die in den nächsten sechs Monaten in Folge von Covid-19 ihre Miete nicht zahlen können, das könnte auch bei dem einen oder anderen Vermieter/Eigentümer zu Problemen in der Liquidät führen.

2. Welche Szenarien Auswirkungen sind auf den Verkäufermarkt denkbar.

Wir denken hier insbesondere an Immobilienbesitzer, die bei der Bedienung ihrer Immobiliendarlehen in Schwierigkeiten kommen könnten.

Infolge von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit oder auch Insolvenz. Sowie die vorher angesprochenen Mietausfälle. Vermehrte Verkäufe können die Folge sein.

Es wird sich aber auch der eine oder andere Verkäufer Gedanken machen, ob er die derzeit noch hohen Immobilienpreise realisieren und mitnehmen sollte. 

Wer weiß, ob die Preise auf diesem sehr hohen Niveau bleiben. Aus diesem Szenario ist zu schließen, dass vermehrt Immobilie auf den Markt kommen sollten.

3. Wechseln wir kurz die Seite und beleuchten den Käufermarkt 

Welche Gedanken gehen einem potenziellen Immobilienkäufer derzeit durch den Kopf? 

Auch hier werden unsichere Arbeitsverhältnisse und Insolvenzen auf die Kaufentscheidung Einfluss haben. Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Banken bei der Vergabe von Darlehen vorsichtiger sein werden. Finanzierungen werden für so machen Kaufwilligen schwieriger werden. Deshalb ist durchaus zu erwarten, dass die eine oder andere Immobilienanschaffung in der nächsten Zeit zumindest erst einmal verschoben wird.

In der Summe sollten die Immobilienangebote steigen und die Nachfrage sinken.

Ein höheres Angebot bei nachlassendem Kaufinteresse würde voraussichtlich eine Anpassung der Preise nach unten bedeuten.

Wir glauben, dass es generell in den nächsten Monaten schwieriger sein wird, seine Immobilie zu den bisher üblichen Preisen zu verkaufen.

Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Preise in den letzten 10 Jahren durch das billige Geld also den niedrigen Zinsen gestiegen sind. Diese Dynamik in der Preisentwicklung konnte nicht so weitergehen. Ähnliches gilt für die Mieten. (Siehe die Einführung der Mietpreisbremse). Für viele Marktteilnehmer käme eine Sttagnierung bzw, leichte Korrektur der Immobilienbewertung nicht ungelegen. in einem sich in den letzten Jahren besonderes in Ballungsräumen überhitzenden Immobilienmarkt.

Die Corona Krise könnte somit der Auslöser für eine Delle in den Kaufpreisen sein. Wie ausgeprägt diese Delle sein wird, ist derzeit schwer vorherzusehen.

Nach unserer Einschätzung wird in näherer Zukunft ein Immobilienkäufer wieder mehr auf Substanz und Qualität einer Immobilie achten. Er wird die angebotene Wohnung/Haus genauer hinterfragen und sich die Entscheidung nicht leicht machen.

Bei allen wirtschaftlichen Risiken, die sicherlich auch für die Immobilienbrache gelten, sehe ich keinen Crash am Immobilienmarkt. 

Dauerhaft werden Immobilien als Anlageklasse nicht in Frage gestellt. Auch in Zukunft wird man an der Investition in die Immobilie nicht vorbeikommen. 

Was sind die Gründe hierfür:

Der Bedarf an Wohnungen und somit Immobilien ist weiter vorhanden. 

In den Großstädten fehlen tausende von Wohnungen. 

Der Zuzug hält weiter an. 

Wir haben hohe Mieten.

Wohnen ist ein Grundbedürfnis des Menschen.

Und eine Immobilie hat einen Nutzwert.

Gerade Wohnungen mit 1-3 Zimmern in innerstädtischen Langen dürften stabil bleiben. 

In Deutschland ist die Quote der selbstgenutzten Immobilie immer noch recht niedrig im Vergleich zu anderen Ländern und die beste Altersvorsorge ist die mietfreie Wohnung.


Was man bei der zukünftigen Betrachtung der Auswirkungen auf die Immobilie nicht außer Acht lassen darf ist die Tatsache, dass nach der Gesundheits-Krise eine Eurokrise kommen wird und damit eine Flucht in die Sachwerte. Wenn man sich die Aktienwerte in den letzten Wochen angesehen hat, mit den sehr starken Verlusten und starken Schwankungen ist die Immobilie immer noch ein guter Hafen.

Zusammenfassend gilt für den Wohnungsmarkt festzuhalten.

Ja es könnte eine kleine Delle mit rückläufiger Preisentwicklung geben. Käufer werden in Zukunft vorsichtiger werden, mehr differenzieren und nur Immobilien in guten Lagen, mit guter Substanz und Vermietbarkeit auswählen.